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Spielregeln: Reizen
Vorbereitung
Beim Reizen handelt es sich um ein Kartenspiel für 4 bis 8 Spieler, das mit einem Deck aus Elfer-Raus-Karten gespielt wird. Ein Deck Elfer-Raus-Karten besteht aus 80 Karten, die in vier Farben (rot, grün, blau und gelb) und Zahlen von 1 bis 20 aufgeteilt sind. Insgesamt ergibt sich in der Summe eine Augenzahl von 840 Punkten, dies ist für das später erklärte Reizen von Bedeutung.
Der Geber mischt nun das gesamte Deck ordentlich durch und lässt danach von seinem rechten Nachbarn abheben. Dann verteilt er die Karten gleichmäßig unter allen Spielern. Folgende Tabelle zeigt die Anzahl der Karten pro Spieler. Außerdem müssen ggf. Einsen aus dem Spiel genommen werden, wenn 80 nicht durch die Anzahl der Spieler teilbar ist. Dies ist in der letzten Spalte notiert.

Anzahl Spieler Anzahl Karten/Spieler Anzahl rausgenommener Einsen
420-
516-
6132
7113
810-

Die Farbe der rausgenommenen Einsen müssen jedem Spieler bekannt sein. Nach jeder Runde wechselt der Geber im uhrzeigersinn. Sind die Karten nun gleichmäßig verteilt, kann das Spiel mit der ersten Phase beginnen.

Das Reizen
Jeder Spieler kann nun seine Karten aufheben und entsprechend der Farben aufsteigend sortieren. Im Allgemeinen gilt: Höhere Karten einer Farbe sind mehr Wert als niedrigere. Ein Blatt könnte dann also so aussehen:
reizen_blatt
Beim Reizen hat ein Spieler nun die Aufgabe die Stärke seiner Karten einzuschätzen. Ein gutes Blatt zeichnet sich durch einen möglichst grossen Anteil von Karten gleicher Farbe und vielen Karten mit möglichst hoher Augenzahl aus.
Ein Spieler der sich zutraut mit Hilfe seiner Mitspieler mindestens 400 der möglichen 840 Punkte zu holen, kann das Reizen beginnen. Dabei nennt er, für alle Spieler hörbar, die Anzahl der Punkte, die er sich und seinen (noch nicht bekannten) Mitspielern zutraut (mindestens 400).
Beim Reizen spielen viele Faktoren eine Rolle, nicht nur die Stärke des eigenen Blattes ist relevant, man muss auch mit den Karten der Mitspieler rechnen. Das Problem hierbei ist, dass man weder die Mitspieler noch deren Karten im vorhinein kennt.

Die erste Runde
Der Sieger des Reizens (im Folgenden Spieler), also derjenige, der die meisten Punkte angesagt hat, darf sich eine Trumpffarbe aussuchen und eine Karte dieser Farbe aufspielen. Außerdem sagt er dabei an, welche Karten dieser Farbe er mitnehmen will. Wie viele Karten er mitnehmen kann richtet sich nach der Anzahl der Spieler und kann folgender Tabelle entnommen werden.

Anzahl Spieler Anzahl Karten zum Mitgehen
41
51
62
72
83

Natürlich sollte man die größten Karten mitnehmen, die einem in dieser Farbe fehlen. Man nimmt also Karten mit und keine Mitspieler. Dies kann zur Folge haben, dass man, z.B. im Falle von 6 Spielern, 2 Karten mitnimmt, die ein einzelner Spieler auf der Hand hält. In diesem Fall müsste man also zu zweit gegen vier Gegenspieler spielen.
Hat der Spieler seine erste Karte aufgespielt und seine Wunschkarten genannt, wird im uhrzeigersinn weitergespielt. Jeder folgende Spieler muss die aufgespielte Farbe bedienen, wenn er diese auf der Hand hat. Beim Bedienen sollte man darauf achten, ob man mitspielt oder nicht. Wenn man also keine der Wunschkarten auf der Hand hält, zählt man zu den Gegenspielern und weiß somit, dass dieser Stich verloren geht, da ja die höchsten Fehlkarten mitgenommen wurden. Folglich sollte man eine kleine Karte gleicher Farbe spielen, oder ggf. eine etwas höhere Karte anbieten, die dann von einem Gegenspieler bzw. einem Mitspieler des Spielers überboten werden müsste. Als letzter in dieser Runde muss also der Spieler rechts vom Spieler eine Karte ablegen. Der Spieler, der die höchste Karte der Trumpffarbe aufgespielt hat, macht diesen Stich und kann die Karten dieser Runde umgedreht vor sich auf den Tisch legen. Im Laufe des Spiels steht dann relativ schnell fest, wer mit wem spielt, so dass jeweils ein Spieler die Stiche seines Teams umgedreht vor sich hinlegen kann.

Spielverlauf
Der Spieler, der den Stich in der vorherigen Runde gewonnen hat, darf nun seinerseits eine beliebige Karte aufspielen. Alle folgenden Spieler müssen diese Farbe dann bedienen. Hat ein Spieler keine Karte der entsprechenden Farbe mehr auf der Hand, muss er mit der Trumpffarbe stechen. Die Trumpfarbe setzt sich in diesem Fall gegen die aufgespielte Farbe durch. Sollten mehrere Spieler Trumpf ziehen müssen, entscheidet die höchste Trumpfkarte über den Stich. Sollte er auch kein Trumpf mehr haben, kann er eine beliebige Karte spielen. Der Spieler mit der höchsten Karte dieser Farbe bzw. mit der höchsten Trumpfkarte gewinnt diesen Stich.
Auf diese Weise fährt man fort bis alle Karten gespielt wurden.

Das Spiel in Kürze
Hier noch mal ein kleiner überblick und ein paar Tipps zur Spieletaktik:
  • Die Karten werden gut durchgemischt und gleichmäßig an alle Spieler verteilt (evtl. müssen Einsen zuvor rausgenommen werden - vgl. Tabelle oben)
  • Das Reizen. Von insgesamt 840 Punkten müssen dabei mindestens 400 Punkte angesagt werden. Andere Spieler können in 10er Schritten höher Reizen.
  • Der Spieler, der am höchsten gereizt hat, beginnt das Spiel, in dem er eine beliebige Karte der Farbe spielt, die er für Trumpf erklärt. Außerdem nennt er die Zahlenwerte der Farbe, die er mitnehmen möchte. Natürlich sollten das die höchsten Karten der Trumpffarbe sein, die der Spieler nicht selbst auf der Hand hält. Wieviele Karten der Spieler mitnehmen darf hängt von der Anzahl der Spieler ab und kann dieser Tabelle entnommen werden.
  • Der Spieler, der den Stich gewinnt, spielt seinerseits, eine beliebige Karte einer beliebigen Farbe auf. Es empfiehlt sich als Mitspieler weiter Trumpf zu ziehen, da man davon ausgehen kann, dass der Spieler in der Runde die meisten Trumpf hält und man so das Risiko minimiert, sich sicher geglaubte Stiche einer anderen Farbe (Stehkarte) abstechen zu lassen.
  • Das Spiel wird nun fortgesetzt, in dem immer der Spieler eine Karte aufspielt, der in der Runde zuvor den Stich geholt hat.
  • Die anderen Spieler müssen die aufgespielte Farbe bedienen, haben sie keine Karte der entsprechenden Farbe mehr müssen sie Trumpf spielen, also stechen. Wenn sie auch kein Trumpf mehr auf der Hand haben, können sie eine beliebige Karte spielen. Im letzten Fall ist diese Karte aber auf jeden Fall nicht so stark, wie eine Karte der aufgespielten Farbe, d.h. zum Beispiel, wenn ein Spieler die rote Eins aufspielt und man weder bedienen noch stechen kann, so überbietet keine Karte einer anderen Farbe die gespielte rote Eins, auch keine 20!
  • So spielt man weiter, bis alle Karten gespielt worden sind.
Ende des Spiels
Wenn alle Spieler ihre Karte gespielt haben, ist das Spiel beendet. Beide Teams sollte jetzt (vorausgesetzt sie haben beide Stiche bekommen) einen Stapel mit ihren erspielten Stichen vor sich liegen haben. Nun müssen die Punkte gezählt werden. Dabei zählt ein Auge einen Punkt, eine 13 rot also 13 Punkte. Der Spieler muss dabie zusammen mit seinem Team mindestens die vorher gereizten Punkte erspielt haben. Wenn er also 450 gereizt hat, müssen die Karten in seinem Stapel in der Summe auch 450 ergeben. Schafft er das bekommen er und seine Mitspieler die gereizten Punkte gut geschrieben, schafft er das nicht, erhalten die Gegenspieler jeweils die Punkte auf ihr Konto. Um den überblick nicht zu verlieren sollten die Punkte auf einen Zettel notiert werden. Es bietet sich eine Tabelle mit einer Spalte pro Spieler und Punkte an. Hier ein Beispiel:
Vicky Delia Maja Daniel Punkte
400 - - 400 400
850 - - 850 450
500
Wie man sieht sind wir hier gerade dabei das dritte Spiel auszuspielen. Einer von uns hatte wohl gute Karten und hat bis 500 gereizt.

Wenn die Punkte notiert sind, kann das Spiel fortgesetzt werden. Der Spieler links vom Geber des Spiels zuvor mischt die Karten, lässt abheben und teilt wieder komplett im Uhrzeigersinn an alle aus.
Das Spiel beginnt von vorne.

Sieger des Spiels ist natürlich der, der am Ende eines beliebig langen Spieleabends die meisten Punkte auf seinem Konto hat.

Abschliessende Bemerkung
Das Spiel macht richtig Laune. Ich hoffe ich hab das einigermaßen gut erklärt. Sollte es Fragen geben, schickt mir einfach ne Mail.
Viel Spaß beim Reizen
© 2007-2017 Daniel Pasqua
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